Vorbereitung Wandermarathon: Zwischen Kämpfergeist und Sofa-Monotonie

Vorbereitung Wandermarathon: Zwischen Kämpfergeist und Sofa-Monotonie

Da sitze ich nun an diesem bitterkalten Februarabend mit einer Tasse Tee am Schreibtisch und warte sehnsüchtig auf wärmere Temperaturen oder zumindest mal etwas Sonnenschein am trüben Winterhimmel. Barney liegt hinter meinem Stuhl, atmet gleichmäßig und scheint mit sich und der Welt total zufrieden zu sein. Ich muss zugeben, dass ich langsam genug habe vom tristen Winter und den kahlen Bäumen und Sträuchern da draußen. Ich habe es satt, mich vor jedem Gang zur Mülltonne oder zum Briefkasten wie ein Michelinmännchen einzumummeln und bei Wandertouren ständig mit tropfender Nase zu kämpfen. Es nervt, wo bleibt der Frühling?

Genauso schleppend wie der Wechsel in die neue Jahreszeit geht auch mein Training für den großen Wandermarathon im Juni voran. Mein Stimmungsbarometer schwankt zwischen unbändiger Vorfreude und riesiger Motivation bis hin zu einer grandiosen Nullbock- und Scheißegal-Einstellung. Kurzum: Es ist alles vertreten. Psychologen hätten ihre wahre Freude an mir. Kilometertechnisch habe ich in den letzten 1,5 Monaten wirklich nicht viel gerissen. Die Touren, die ich in meiner Lieblingswanderapp komoot aufgezeichnet habe, schwanken zwischen 2 und 9 Kilometern. Keine längere Tour, nix Zweistelliges bisher in diesem Jahr. Insgesamt waren es vom 1. Januar bis heute etwa 75 Kilometer, die ich (bewusst mit Handy-Aufzeichnung) gelaufen bin. Dazwischen noch die Touren, die ich ein zweites Mal gelaufen bin, weil sie sich als Hunde-Runde nach dem Feierabend so gut angeboten haben oder aber weil die Ausblicke so toll waren oder um die Tour mal ohne Schnee zu sehen… By the way, zählt das Stapfen durch Tiefschnee zum Konditionsaufbau?

 

Plan mit Training oder Training ohne Plan?

Trotzdem bin ich total entspannt. Barney darf mit jedem Lebensmonat immer ein Stückchen länger laufen, sodass wir im Zweierteam bis Ende Juni ab und zu auch mal eine größere Tour meistern können. Die überwiegende Anzahl an Trainingswanderungen, die ich mir vorgenommen habe, werde ich wahrscheinlich alleine unternehmen. Ich habe dazu eine Handvoll Streckentouren direkt von unserer Haustür aus geplant, die mich auf unterschiedlichen Streckenlängen (10, 15, 20, 25, 30 und 35 km) in die entsprechenden Goslarer Stadtteile bzw. Nachbarstädte und sogar bis nach Ilsenburg führen. Von dort aus kann mich das Herrchen (und Barney auch, wenn er will) bequem mit dem Auto abholen. Grund dafür ist, dass ich als Frau ungern alleine durch die total einsame Pampa wandern möchte. Dann laufe ich lieber auf Feld- und Wiesenwegen und habe immer ein Stückchen Zivilisation in meiner Nähe. Wir werden sehen, wie oft ich solche Trainingsetappen in meine wöchentlichen (Arbeits-)Abläufe integrieren kann. Ich bin zuversichtlich! Immerhin werden die Tage nun stückweise wieder länger, sodass sich weitaus mehr Möglichkeiten daraus ergeben. Hey, ich bin dank Barney weitaus mehr gewandert, als die Winter zuvor. Als absoluter Sommertyp verfalle ich nämlich allzu leicht in den typischen Winter-Blues und verlasse das Sofa dann nur ungern. So aber habe ich in den letzten 1,5 Monaten soviele tolle neue Touren entdeckt, die ich mehrmals wöchentlich als Gassi-Runde laufe. Darüber soll es demnächst auch einen Blogpost geben – vielleicht ist da auch was für dich dabei.

 

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Ich beneide Barney bei unseren Touren immer. Er hat so warmes Fell und rutscht mit dem „Vier-Pfoten-Antrieb“ nur selten aus.

 

An der mentalen Vorbereitung und Motivation habe ich im Gegensatz zur körperlichen nicht gespart. Fast täglich habe ich mir Berichte von ganz tollen Bloggern durchgelesen, Tipps und Tricks zur Vorbereitung gewälzt und sämtliche Artikel/Videos/Bücher über Langstreckenwanderungen nur so verschlungen. (Wenn du noch Lese-Empfehlungen für mich hast – bitte immer her damit!) Ein Zitat aus einer 3sat-Dokumentation über den Appalachian Trail hat mich besonders inspiriert: „Nicht der Körper, sondern der Wille ist das Problem.“ Der Satz stammt von einem Mann mit dem Trailnamen „Many sleeps“, der am Startpunkt des Trails, am Springer Mountain, die echten „Thru Hiker“ zählt, also die, die wirklich den ganzen Trail wandern werden. Auch wenn wir beim Appalachian Trail über stolze und unglaubliche 3.500 km und nicht über meine schlappen 42 km sprechen, würde ich mir diesen Satz glatt einlaminieren und an die Wand hängen. Ich vertraue auf meinen Körper, wobei mich meine Füße hin und wieder am ehrgeizigen Vorhaben zweifeln lassen. Ich habe neuerdings mit Hornhaut an den vorderen Fußaußenseiten zu kämpfen, die nach Belastung oftmals anfängt zu zwicken und zu drücken. Deshalb möchte ich mich künftig mehr um meine Füße kümmern und sie eincremen und pflegen. Fußgymnastik soll die ungewohnte „Wellness-Behandlung“ abrunden. In vielen Blogs lese ich, dass man so oft wie möglich barfuß laufen soll. Diesen Punkt spare ich mir für Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke auf. Fakt ist: Alles wird gut, ich bin ganz zuversichtlich! Wenn du magst, folge mir bei Facebook, Twitter oder Instagram für tägliche Updates.

 

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Eine Antwort

  1. Hallo Maddie,

    schön zu lesen was für Gedanken dich umtreiben und schöne Fotos. Bei tristem Wetter ist es wirklich nicht einfach die Motivation am Glühen zu lassen. Obwohl, du hast da ja einen Gehilfen, deinen Hund. Der zwingt dich jeden Tag hinaus, egal welch Shitwetter es ist ;). Guter Vorteil.
    Aber du wirst sehen, sobald es Frühling wird, sammelst du Kilometer und wirst fitter und fitter für deinen Marathon.
    Viel Spaß bei deinen Wanderung, egal ob klein oder groß.
    Viele Grüße
    Conny

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