Fernwandern mit Hund – der perfekte Einstieg auf dem Altmühltal-Panoramaweg

Nichts erdet so sehr, wie ein paar Tage Auszeit in Wanderschuhen. Wenn das Gehen zum Mittelpunkt wird und sich alles auf die Grundbedürfnisse Essen, Laufen und Schlafen reduziert, wird der Kopf unglaublich klar und man fühlt sich beinahe wie neugeboren. So geht es mir bei jeder Mehrtagestour. Wenn der geliebte Vierbeiner dabei ist, braucht es wirklich nicht mehr, um richtig glücklich zu sein. Für Hunde gibt es kaum etwas Schöneres, als mit uns stundenlang durch die Gegend zu streifen. Jede Tour schweißt zudem viel stärker zusammen und man lernt schnell, sich aufeinander einzulassen.

Wenn du vielleicht gerade auf der Suche nach einem unvergesslichen Wanderziel für 2020 bis oder dich so langsam ans Thema Fernwandern herantasten möchtest, kann ich dir von Herzen den Altmühltal-Panoramaweg empfehlen. Ich durfte im September gemeinsam mit Barney und meinem Papa drei weitere Etappen auf dem Fernwanderweg zurücklegen. Schon im letzten Jahr waren wir im Naturpark Altmühltal unterwegs gewesen. Selten hat mich eine Region so fasziniert wie das facettenreiche Altmühltal.

Natur, Geschichte, Kultur – das Altmühltal und sein Panoramaweg

Nördlich von Ingolstadt und mitten in Bayern gelegen, erstreckt sich der Naturpark Altmühltal auf beinahe 3000 Quadratkilometern. Sanfte Hügel, idyllische Flusstäler, imposante Dolomitfelsen und Wacholderheiden soweit das Auge gucken kann, charakterisieren die Landschaft. Die Region zieht nicht nur Natur- und Wanderfreunde in ihren Bann, sondern hat auch geschichtlich und kulturell so einiges zu bieten. Wusstest du, dass sich dort bereits vor dreitausend Jahren die Kelten angesiedelt haben? Nach ihnen kamen die Römer und auf ihren Spuren wandelst du in dieser Gegend auch heute noch. Neben Überbleibseln von mächtigen Wallanlagen kannst du hier das UNESCO-Weltkulturerbe Limes entdecken. Wenn wir noch weiter zurückgehen, genauer gesagt etwa 147 Millionen Jahre, war das heute Altmühltal eine subtropische Lagunenlandschaft. Dinosaurier, Urvögel, Krokodile und Co. lebten dort im Jurameer und tauchten Millionen von Jahren später als Fossilien wieder auf. So auch der bekannte Urvogel Archaeopteryx, von dem du bestimmt schon mal was gehört hast. Insgesamt wurden im Naturpark Altmühltal mehr als 900 verschiedene Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Wahnsinn, oder?

Wanderfreunde kommen hier ebenfalls voll auf ihre Kosten. Highlight des Naturparks ist der knapp 200 Kilometer lange Altmühltal-Panoramaweg. Der Fernwanderweg zwischen Gunzenhausen und Kelheim gehört zu den Top Trails of Germany und trägt zudem das Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Dich erwarten also nicht nur fantastische Ausblicke, abwechslungsreiche Trails mit wenig Asphaltanteil, sondern auch eine ideale Aufteilung der Strecke in elf Etappen zwischen 11,8 und 24,7 Kilometern, an dessen Endpunkten Übernachtungsmöglichkeiten zu finden sind. Da die Hälfte des Naturparks bewaldet ist und man auf fast jeder Etappe mindestens einmal den Fluss Altmühl kreuzt und seine Wasservorräte auffüllen kann, ist der Panoramaweg ideal zum Wandern mit Hund geeignet. Da du alpines Terrain vergeblich suchen wirst, würde ich den Weg auch Gelegenheitswanderern – gegebenenfalls mit kürzeren Etappen – uneingeschränkt empfehlen.

Die Etappen, die ich dir im Folgenden vorstellen möchte, gehören meiner Meinung nach zu den schönsten Abschnitten des Altmühltal-Panoramawegs.

Wandertag 1: Von Eichstätt nach Arnsberg (ca. 24 km)

Die Etappe unseres ersten Wandertags auf dem Altmühltal-Panoramaweg ist von abwechslungsreicher Natur, kleinen Dörfern und idyllischen Ausblicken von sonnenverwöhnten Wacholderheidehängen geprägt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück schultern wir unsere Rucksäcke und machen uns mit reichlich Proviant und aufgefüllten Wasservorräten auf den Weg. Die Residenzstadt Eichstätt scheint uns nicht gehen lassen zu wollen, denn anders als am Tag zuvor scheint die Sonne aus allen Knopflöchern. Gleich zu Beginn müssen wir beim ersten Anstieg kräftig schwitzen. Du glaubst erst, was es für steile Straßen in Eichstätt gibt, wenn du sie selbst hochgekrochen bist. Der Ausblick entlohnt dann jedoch allemal für die Strapazen am frühen Morgen. Schon wieder eröffnet sich uns ein völlig neuer Blickwinkel auf die imposante Willibaldsburg. Doch wir kehren ihr den Rücken und befinden uns nach dem Überqueren einer wenig befahrbaren Landstraße plötzlich direkt vor einem knallgelben Rapsfeld. Vor dem wolkenlosen Himmel in sattem Blau ergibt sich ein toller Kontrast. Wir merken dennoch, dass es bereits Mitte bis Ende September ist. Anfangs ist es noch ziemlich kühl, obwohl die Sonne noch einmal mit Vollgas dem bevorstehenden Winter trotzt. „Hach, ist das schön“, schwärme ich und mein Papa stimmt mir begeistert zu. Barney darf ein wenig ohne Leine laufen und nutzt die Zeit, um ausgiebig zu schnüffeln. Wir kommen an weiteren Rapsfeldern vorbei und nähern uns einem schattenspendenden Waldgebiet. Barney freut sich, doch ich ziehe die Ärmel meiner türkisfarbenen Outdoorjacke wieder herunter.

An jeder Ecke finden wir etwas Neues. So zieht eine Hinweistafel über das Naturschutzgroßprojekt Altmühlleiten unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ziel des Projekts ist es, die Artenvielfalt zu erhalten und ein natürliches Rückzugsgebiet für die heimische Flora und Fauna zu schaffen. Davon sollte es deutschlandweit noch viel mehr von geben. Wir gehen weiter durch den Wald. Abwechslungsreich geht es mal hoch, dann wieder runter und wir atmen die würzige Luft ein. Zwischen Buchenhüll und Walting befindet sich die Mammuthöhle befinden, die auch vom Weg ausgeschildert ist. Darin soll man zahlreiche Tierskelette gefunden haben. Leider macht die Höhle einen recht verwahrlosten Eindruck auf mich und ist im ersten Moment sehr unscheinbar, da alles verwildert ist. Im weiteren Verlauf kommt uns eine Gruppe von sechs rüstigen Rentnern forschen Schritts entgegen und fragen uns nach einem freundlichen Grüßen nach dem Weg zur Mammuthöhle. „Da gehen Sie einfach nur geradeaus und dann sehen Sie schon den Wegweiser vor einem Abzweig“, antwortet mein Papa. Als sie außer Hörweite waren, fragt er mich, ob denen bewusst ist, dass dort nur ein unscheinbar Grashügel wartet.

Im Wald ist es schattig und kühl. Am Wegesrand entdecken wir kuriose Pilzarten und hübsche Herbstblüher. Es lohnt sich so sehr, einfach mal mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und auch mal bewusst die kleinen Dinge am Wegesrand wahrzunehmen. Barney hält mit Pfotenschuh tapfer durch. Am Tag zuvor waren wir mit ihm bei einer Eichstätter Tierärztin, weil er sich die Kralle so tief eingerissen hat, dass sie nur noch gezogen werden konnte. Das Okay für unsere weiten Touren bekam er zum Glück, aber ich sollte akribisch drauf achten, dass der Verband nicht nass wird und durch den Pfotenschuh immer geschützt ist. Da er mit Schuh so gut lief wie ohne, machte ich mir keine Sorgen. Sonst hätte ich ihm zuliebe sofort abgebrochen.

Kurz vor Rieshofen machen wir an einem Wegkreuz mit Aussichtsbank Mittagspause. Für Barney gibt es den Rest seines Frühstücks und wir essen Knäckebrot, Riegel und etwas Schokolade. Es tut gut, den Rucksack absetzen und die Beine ausstrecken zu können. Ein Wanderer geht freundlich grüßend an uns vorbei. Wir verfolgen ihn noch ein ganzes Stück mit unseren Blicken und bekommen so einen Hinweis auf die weitere Wegführung. Da uns doch noch ein Drittel bevorsteht, zwingen wir uns zum Aufbruch. „Vom Sitzen wird man ganz schön faul“, sage ich gähnend und gucke sehnsuchtsvoll hinunter ins Dorf. Rieshofen passieren wir schließlich und gehen an neugebauten und sehr großzügig geschnittenen Einfamilienhäusern vorbei. Ich male mir aus, welche Menschen hier leben und wie ihr Alltag aussieht. Es muss traumhaft sein.

Hinter Isenbrunn, einem deutlich kleineren Dorf hinter Rieshofen, macht der Altmühltal-Panoramaweg seinem Namen wieder alle Ehre. Wir gehen an sanften Hügelhängen entlang und haben einen fantastischen Ausblick auf das Tal und die Altmühl. „Das glaubt doch keiner, dass es hier wirklich so schön ist, wie auf den Fotos“, denke ich und drücke begeistert an jeder Ecke den Auslöser. Wir wandern auf einem schmalen Pfad entlang, der gerade mal soviel Platz bietet, dass beide Füße nebeneinandergehen können. Wir sehen zwar schon kilometerweit im Voraus, wie sich der Weg im Verlauf am Hang entlangwindet, aber dennoch ist kein Schritt langweilig – ganz im Gegenteil. Die Wiese geht über in den größten Wacholderhang, den wir im Altmühltal je gesehen haben. Wir sind in der Gungoldinger Wacholderheide und können uns an der Natur und den Ausblicken gar nicht sattsehen. Ich wünschte, es gäbe diesen „Stopp-Knopf“, um die Zeit einfach mal einen Moment anzuhalten. Die Temperaturen sind mittlerweile sehr angenehm, sodass ich im Merino-Shirt und kurzer Hose gehe. Für Barney ist dieses Wetter hart an der Grenze, aber er bekommt inzwischen bei jeder zweiten Fotopause einen Schluck Wasser. Oberhalb von Gungolding machen wir auf einer Liegebank nochmal eine letzte Pause vor dem Ziel. Ich strecke mich aus und halte Gesicht, Arme und Beine ins Sonnenlicht. Die Nachmittagsluft ist kräftig und es duftet nach würzigen Wiesenkräutern. Vom Hang hinter uns hören wir munteres Vogelgezwitscher und lauschen einen Moment lang dem Zirpen der Grillen und den Flügelschlägen der Insekten. Du glaubst gar nicht, wie viele Schmetterlinge es hier gibt. Die Flattermänner und auch Bienen und Insekten habe ich den Sommer über im Harzvorland vermisst. Trotz unseres bewusst naturnahen Gartens und den Blumenwiesen haben sich nur wenige Flugkünstler zu uns verirrt. Doch hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Bitte mehr davon.

Nach den Wacholderhängen führt uns der Weg noch ein Stück weit durch den Wald. Zwei Frauen kommen uns mit einem Golden Retriever entgegen, der friedlich hinter den beiden hertrottet. Trotzdem nehme ich Barney kurz und gehe ein Stück den Hang hinauf. Gegen 17 Uhr erreichen wir Arnsberg, das Ziel unserer heutigen Etappe. Wir kommen an einem Sportplatz vorbei und queren die Altmühl, bis wir durch das beschauliche Dorf dem Weg zum Hotel folgen. Erhaben thront das Schloss Arnsberg auf hohen Felsen hinter dem Ort. Viel ist vom einstig prächtigen Schloss aus dem 12. Jahrhundert nicht mehr vorhanden, aber auch die Mauerreste sind eindrucksvoll und scheinen ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen. Die noch erhaltene Vorburg wird heute als Hotel genutzt. Nach knapp 26 Kilometern sind wir allerdings froh, nicht noch den Berg erklimmen zu müssen.

Mein Papa, Barney und ich genießen die Pause im Halbschatten.

Die Tour auf einen Blick:

  • Länge: 25,8 Kilometer – Streckenwanderung
  • Höhenmeter: 713,7 Meter (laut meiner App-Aufzeichnung)
  • Dauer: 7-9 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel-schwer
  • Startpunkt: Informationszentrum Naturpark Altmühltal, Notre Dame 1, 85072 Eichstätt
  • Zielpunkt: Landhotel zum Raben, Schlossleite 1, 85110 Kipfenberg / Arnsberg
  • Weitere Informationen: Naturpark Altmühltal

Übernachtung:

Landhotel zum Raben, Schlossleite 1, 85110 Kipfenberg / Arnsberg. Rustikal, aber gemütlich, sauber und solides Essen für den ordentlichen Wanderhunger. Großer Vorteil: Das Hotel liegt direkt am oder vielmehr fast auf dem Altmühltal-Panoramaweg.

Wandertag 2: Von Arnsberg nach Unteremmendorf (ca. 21 km)

Frostig-kalt mit den ersten Eiskristallen an Gras und Blättern startet dieser sonnige Spätsommertag. Nach dem Frühstück brechen wir auf und befinden uns direkt nach dem Verlassen des Hotels wieder auf dem Altmühltal-Panoramaweg. Ein kleiner Wiesenweg führt hinter dem Gebäude mäßig steil den Berg hinauf und trägt dazu bei, dass wir das idyllische Arnsberg schnell hinter und unter uns lassen. Einen knappen Kilometer weiter erreichen wir direkt das erste Highlight auf dieser Etappe. Wir befinden uns an der Arnsberger Leite, einem der bekanntesten und beliebtesten Aussichtspunkte auf dem gesamten Weg. Während das sanfte Morgenlicht über den Bergkamm hinter uns fällt, können wir nur dastehen und staunen. Am Aussichtspunkt siehst du auf deiner linken Seite Arnsberg von oben und wenn du den Blick nach rechts schweifen lässt, kannst du beeindruckende Felsformationen und die Altmühl im Tal entdecken. Unten weiden Ziegen, die offensichtlich ihrem Weg über schroffe Felshänge folgen. Der Wirt im Raben hatte uns den Tipp gegeben, seine Ziegen mit einem Lauten „Na komm!“ zu rufen. Genau genommen befinden wir uns nämlich in einem Gehege, welches wir mit einer schweren Gittertür öffnen mussten. Auf mein Rufen kommt keine Ziege den Berg wieder rauf. Würde ich an ihrer Stelle wohl auch nicht. Da wir uns kaum vom Fotografieren und Gucken losreißen können, beschließen wir eine kurze Pause einzulegen.

Nach einem Abstieg in die Ortschaft Böhming überqueren wir die Altmühl. Barney ist sichtlich frustriert, weil er mit Verband und Pfotenschuh nicht ins Wasser darf. Also schöpfe ich für ihn das kalte klare Wasser mit seinem Napf, welches er dann auch gierig trinkt. Über den Birzeleweg geht es danach wieder bergauf in den Wald. Dort entdecken wir einen beeindruckend hohen Holzturm und sind erstaunt, dass wir an den Spuren des Limes vorbeikommen. Tatsächlich verlief in diesem Bereich die Nordgrenze des römischen Reichs, der wir ein Stück folgen. Der große – wenn auch nachgebaute – Wachturm erzählt anschaulich die Geschichte der Römer, die sich vor Überfällen der Germanen und Kelten geschützt haben.

Der weitere Weg führt uns durch schattigen Laubwald. Wir laufen an Kipfenberg mit seiner großen Burg vorbei und überholen im Wald einen Wanderer, der mit viel Gepäck unterwegs ist und gerade eine Verschnaufpause einlegt. Wir biegen ab auf einen schmalen Singletrail, der leicht bergab ins Tal führt. Ich schaue mich um und nehme all die tiefgrünen Farben der Blätter wahr, die so kurz vor dem bevorstehenden Herbst noch einmal mit ihrer ganzen Farbpracht glänzen. Mein Papa und ich hängen unseren Gedanken nach. Nur das Geräusch unserer Schritte auf dem teils wurzeligen Waldboden hallt in der Stille des Waldes. Es tut unglaublich gut, wenn man sich in der Hektik der heutigen Welt einfach nur mal auf sich besinnt. Ich merke, wie ich mittlerweile völlig automatisiert und dennoch tiefenentspannt laufe und einfach nur einen Fuß vor den anderen setze. Waldwege eignen sich dafür besonders gut. Nichts erdet mich mehr, als ein Spaziergang im Wald mit dem schützenden Blätterdach über mir und dem weichen Boden unter meinen Füßen.

Bevor wir den Ort Kinding erreichen, steigt der Geräuschpegel an. Wir nähern uns der Autobahn A9, die Berlin mit München verbindet und Kinding eine gute Anbindung in den Altmühltaltourismus ermöglicht hat. Trotzdem empfinde ich den Verkehr als störend nach den vielen Kilometern im Wald. Wir müssen die stark befahrene Autobahn unterqueren, bevor wir die Ortschaft erreichen. Der Panoramaweg führt direkt durch den Ort, über den Marktplatz und an der Hauptstraße entlang wieder hinaus ins Grüne. Kinding ist für viele Endpunkt der 7. Etappe des Altmühltal-Panoramawegs. Die vielen Cafés sehen einladend aus. Wir überqueren wieder die Altmühl und gelangen auf Feldwegen wieder hinein in den Wald, der uns die nötige Ruhe zurückgibt. Wir nehmen uns den letzten Anstieg vor und folgen im Weiteren mal breiten Forstwegen und mal schmaleren Wurzelpfaden. Hin und wieder lichtet sich der Wald, bevor er dann wieder dichter wird.

Kurz vor dem Ende der Etappe kommen wir an einen wunderschönen Aussichtspunkt direkt oberhalb von Unteremmendorf, an dem sich eine letzte Rast vor dem letzten steilen Abstieg durchaus lohnt. Wir treffen nun auch wieder Wanderer, die ebenfalls das Abendlicht oberhalb des Dorfes genießen wollen. Da Barney ein wenig unruhig wird, nehmen wir uns den letzten Kilometer hinab ins Tal vor. Der schmale Trail führt direkt durch ein grandioses Werk der Natur, das sogenannte Felsentor, das wirklich beeindruckend ist. Wenn du im Herbst oder Winter da bist, solltest du vorsichtig sein, weil der Untergrund teilweise aus losem Blätterwerk und rutschigen Wurzeln besteht. Wenn du den Abstieg geschafft hast, kannst du im Landgasthof Wagner stilvoll übernachten oder die wirklich ausgezeichnete regionale Küche genießen – ein Traum.

Die Tour auf einen Blick:

  • Länge: 21,2 Kilometer – Streckenwanderung
  • Höhenmeter: 760,1 Meter (laut meiner App-Aufzeichnung)
  • Dauer: 6-8 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel-schwer
  • Startpunkt: Landhotel zum Raben, Schlossleite 1, 85110 Kipfenberg / Arnsberg
  • Zielpunkt: Landgasthof Wagner, Unteremmendorf 5, 85125 Kinding
  • Weitere Informationen: Naturpark Altmühltal

Übernachtung:

Landgasthof Wagner, Unteremmendorf 5, 85125 Kinding

Gemütliches Hotel mit überraschend modernen und stilvollen Zimmern. Die Gastronomie ist großartig: regionale Produkte, Slow Food und liebevoll zubereitet. Noch ein Vorteil: Das Hotel liegt direkt am Altmühltal-Panoramaweg.

Wandertag 3: Von Obereggersberg nach Beilngries (ca. 25 km)

Loszuwandern ohne ordentliches Frühstück ist für mich undenkbar, weil ich während einer Tour nicht viel essen kann. So beginnt auch der dritte Wandertag auf dem Altmühltal-Panoramaweg mit einer reichhaltigen Jause im Hotel. Die hohe Qualität des Essens setzt sich auch beim Frühstück fort. Frisch gestärkt beginnen wir die letzte Etappe nach einem Transfer im kleinen Örtchen Obereggersberg, das neben ganz viel Natur und Ruhe ein wundervolles Schloss inklusive Schlossgartens zu bieten hat, welches man für Feiern und Hochzeiten mieten kann. Aber auch wenn du einfach nur königlich übernachten oder speisen möchtest, bist du hier richtig. Mein fotografisches Auge checkt begeistert die vielen Möglichkeiten auf dem Areal ab. Da die Sonne bereits hoch am Himmel steht, machen wir uns bereit zum Aufbruch und gehen auch heute wieder ganz entspannt los. Der Wegverlauf ist uns wohlgesonnen, sodass wir zunächst nur breite Feld- und Waldwege ohne Steigung vor uns haben. Wir durchqueren das Dorf Altmühlmünster der Länge nach. Die schicken Einfamilienhäuser sind bezaubernd. Ein kleiner Bach führt direkt an der Straße entlang, auf der wir wandern. Teilweise haben die Gärten einen kleinen Steg zum Bach. Ich stelle mir vor, wie toll es sein muss, im Sommer dort zu sitzen und die Füße im kalten Wasser abkühlen zu können. Nur ein Auto fährt an uns vorbei. Es ist himmlisch ruhig an diesem Freitagvormittag. Am Ortsende zweigt rechts ein befestigter Weg hinauf in den Wald ab. Wir erreichen ein sonniges Hochplateau mit Wacholdersträuchern und herrlich duftenden Spätsommerblühern. Einer Infotafel nach zu schließen, befinden wir uns mitten auf einem Gebiet mit Magerrasen, einer Kulturlandschaft mit reicher Artenvielfalt, die zeitweise wohl von Schafen auf natürliche Art und Weise gepflegt wird. Für uns ist es ein kleines Paradies. Während sich Schmetterlinge in unseren Breiten recht rar gemacht haben, flattern die unterschiedlichsten Arten hier herum und erfreuen sich – genau wie wir – an der Vielfalt der blühenden Pflanzen.

Oberhalb von Altmühlmünster kommen wir an einem der schönsten Aussichtspunkte vorbei, dem Rosskopf. Begeistert knipsen wir ein Bild nach dem anderen und beobachten faszinierend, wie sich die Altmühl sanft durchs Tal windet. Wir lassen uns für kurze Zeit auf der Holzbank nieder. Keiner sagt etwas. Auch Barney drängelt nicht, weil er weitergehen möchte, sondern scheint ebenfalls das Panorama zu genießen. Wenn du mal in der Gegend unterwegs bist, solltest du dem Rosskopf unbedingt einen Besuch abstatten.

Nach 20 Minuten wandern wir weiter. Hinter Deising verlassen wir die Anhöhe wieder und folgen im weiteren Verlauf einem breiten Feldweg entlang des Main-Donau-Kanals. Zunächst hatten wir den Kanal tatsächlich mit der Altmühl verwechselt. Zwischendurch eröffnen sich uns immer wieder idyllische Ausblicke aufs Wasser. An einer Stelle fällt die Wiese etwas flacher ab und ich nutze die Chance, um Wasser für Barney zu schöpfen. Der hingegen ist etwas beleidigt, weil er wegen seiner abgebrochenen und entzündeten Kralle nicht selber ins Wasser darf. Mit ein paar Leckerchen kann ich ihn jedoch gut beschwichtigen. Als wir wenig später an einer Schafherde vorbeigehen, ist der Frust sowieso vergessen. Der Hütehund im Weißen Schäferhund ist nicht zu leugnen und so schleicht er sich langsam, ruhig und ohne Angst an die Herde an.

Bald darauf verlassen wir den Weg am Kanal und wandern wieder ein Stück am Waldrand entlang. Wir kommen an eine Wiese, an der wir improvisieren müssen, da der Schäfer den Wanderweg miteingezäunt hat. Offensichtlich sind wir dem zertrampelten Gras nach zu urteilen aber nicht die ersten, die das Stück umgehen.

Vor Töging überqueren wir wieder die Altmühl. Bevor wir den Ort einmal durchqueren, wandern wir an einem Biber-Entdeckerpfad vorbei. An verschiedenen Stationen wird kleinen und großen Menschen gezeigt, wie der Biber lebt, was ihn ausmacht und was seine Bedeutung für die Region ist. Inzwischen ist es kurz nach Mittag und die Sonne prallt erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel. Die Eichelhofer Straße im Ort zieht sich steil hinauf. Zum ersten Mal lechzen wir nach Schatten und sind erleichtert, dass der Weg nun ohne Steigung am Berghang mitten im Wald entlangführt. Nach gut 16 Kilometern ist mein Papa ziemlich geschafft. Wir haben seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und so ordne ich eine Pause an. Er bekommt Energieriegel und einen Obst-Smoothie und wir gönnen uns eine längere Verschnaufzeit. Ich setze mich auf den Waldboden und auch Barney legt sich direkt neben mich und futtert zufrieden die Reste seines Frühstücks. Wir sammeln alle Kraft für die letzten Kilometer.

Direkt nach der kurzen Pause müssen wir wieder bergauf mitten in den Wald. Wir nehmen die Steigung ohne großes Nachdenken in Angriff und finden uns auf einem Plateau oberhalb eines Steinbruchs wieder. Auf gut 500 Metern Höhe führt uns der weitere Weg fast ausschließlich geradeaus durch den Wald. Die breite und geschotterte „Waldautobahn“ (bzw. Forstweg) verlangt von uns echte mentale Stärke. Wir hängen alle Drei etwas durch und der schnurgrade Weg lässt uns einfach nur gedankenlos einen Fuß vor den anderen setzen. Ich versuche meinen Papa zu motivieren und als wir dann endlich die ersten Fußgänger und Radfahrer treffen, ist uns klar, dass es nicht mehr weit bis zum Ziel ist. Kurz vor Beilngries geht es noch einmal steil bergab. Die Waden glühen und wir sehnen uns nach einer heißen Dusche und einem kalten Bier im Hotel. Unser Hotel liegt zentral in der Stadt, aber trotzdem ganz in der Nähe des Kurparks, was als Hundemama natürlich direkt begutachtet wird. Wir beenden diese Mehrtagestour mit viel Wehmut, aber wundervollen Erinnerungen an eine atemberaubend schöne Strecke.

Die Tour auf einen Blick:

  • Länge: 25,5 Kilometer – Streckenwanderung
  • Höhenmeter: 807,9 Meter (laut meiner App-Aufzeichnung)
  • Dauer: 6-8 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel-schwer
  • Startpunkt: Schloss Obereggersberg, Obereggersberg 18, 93339 Riedenburg
  • Zielpunkt: Romantikhotel Der Millipp, Hauptstraße 9, 92339 Beilngries
  • Weitere Informationen: Naturpark Altmühltal

Übernachtung:

Romantikhotel Der Millipp, Hauptstraße 9, 92339 Beilngries

Gemütliches Hotel mit traditionellen Zimmern in außergewöhnlichem historischem Design. Die Gastronomie ist großartig: Ich habe noch nie ein so leckeres und üppiges Frühstück gesehen. Dank der langen Frühstückszeiten (während unserer Anwesenheit von 7.00-11.30 Uhr) hast du die Gelegenheit, alles ausgiebig probieren zu können.

Praktische Tipps für deine Wanderung

Auch wenn der Panoramaweg durchgängig sehr gut mit rot-gelben Schildern markiert ist, empfehle ich dir geeignetes Kartenmaterial wie dieses hier. Natürlich kannst du dich auch jederzeit an die zentrale Tourist-Information Naturpark Altmühltal wenden, die dir Material zum Weg zusenden und weitere Empfehlungen geben kann. Auf eine Jahreszeit zum Wandern würde ich mich nicht festlegen. Ich war jedes Mal im Spätsommer dort und hatte tatsächlich an jedem Wandertag absolutes Kaiserwetter, was mir auf den kilometerlangen Wacholderheiden auch den ein oder anderen Sonnenbrand eingebracht hat und auch Barney im letzten Jahr etwas an seine Grenzen gebracht hat. Daher empfehle ich dir auf jeden Fall einen guten Sonnenschutz und ausreichend Wasser für Mensch und Tier. Festes Schuhwerk sollte ebenfalls selbstverständlich sein. Für Barney habe ich grundsätzlich immer mindestens einen Satz Booties/Pfotenschuhe dabei. Ganz klar: Egal, in welcher Jahreszeit du unterwegs bist, solltest du für jedes Wetter gewappnet sein. Es mag nicht für jeden etwas sein, aber ich schwöre auf eine leichte Regenhose zum Überstreifen und einen Regenponcho, unter dem es zwar recht warm werden kann, aber der tatsächlich auch 40 Kilometer im Dauerregen aushält. Noch ein Tipp für dich: Investiere in gute Wanderkleidung, sonst kaufst du unter Umständen zweimal. Gute Merinoshirts und -unterwäsche halten die Feuchtigkeit fern und sind zudem schnelltrocknend und geruchsbindend.

Das Wichtigste ist jedoch sich selbst niemals zu überschätzen und eine Etappe lieber zu verkürzen, als zwanghaft das komplette Programm durchzuziehen. Die eigene Sicherheit und die deines vierbeinigen Begleiters sollte immer im Vordergrund stehen. Ich wünsche dir viel Spaß und unvergessliche Erlebnisse.

*Hinweis: Der Beitrag ist in Kooperation mit dem Naturpark Altmühltal entstanden. Vielen Dank für die Einladung ins schöne Altmühltal. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

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2 Responses

  1. Jörg

    Maddie, wow ein Traum 🙂 Wir haben schon lange nicht mehr solche “Touren” gemacht. Hat euer Hund das auch später gut “überstanden”? Die Fotos sind ein Traum, mit welcher Kamera hast du die gemacht?

    LG Jörg

    • dieausdemharz

      Lieber Jörg,
      vielen Dank für deine lieben Worte! 🙂
      Ja, Barney hat es sehr gut überstanden, aber er musste erstmal etwas Schlaf nachholen. 😉 Ich bereite ihn schon ab dem Frühjahr auf längeres Gehen vor, steigere unsere täglichen Gassi-Runden (zum Glück ist es ab März ja auch nach der Arbeit wieder heller) und mache am Wochenende hin und wieder auch eine längere 20+-Tour.
      Ich fotografiere mit der Canon EOS 70D.
      Viele Grüße zu dir,
      Maddie

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